Re(6): schwimmender Nichtschwimmer? / Widersprüchlicher Wirtschaftsplan

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down Was ist Marktungleichgewicht?

Geschrieben von Ivan (2010-03-03 10:28:33):

Was ist Marktungleichgewicht? Am besten veranschaulicht man das wohl vermittels des Analogons in einer Zentralplan-Wirtschaft (Zentralverwaltungswirtschaft). Stelle man sich dazu vor, wie die Planungsbehörde die dortigen Wirtschaftsakteure zur Erfüllung inkompatibler Pläne anhält:

Qualitative Planungsinkompatibilität.
»Alicia, du übernimmst am Morgen bei der grossen Eiche von Bernd eine Kiste Äpfel.«
»Bernd, du übergibst am Morgen bei der grossen Eiche der Alicia eine Kiste Birnen.«

Quantitative Planungsinkompatibilität.
»Alicia, du übernimmst am Morgen bei der grossen Eiche von Bernd zwei Kisten Äpfel.«
»Bernd, du übergibst am Morgen bei der grossen Eiche der Alicia eine Kiste Äpfel.«

Zeitliche Planungsinkompatibilität.
»Alicia, du übernimmst am Morgen bei der grossen Eiche von Bernd eine Kiste Äpfel.«
»Bernd, du übergibst am Mittag bei der grossen Eiche der Alicia eine Kiste Äpfel.«

Örtliche Planungsinkompatibilität.
»Alicia, du übernimmst am Morgen bei der grossen Eiche von Bernd eine Kiste Äpfel.«
»Bernd, du übergibst am Morgen auf der grossen Brücke der Alicia eine Kiste Äpfel.«

Possessorische Planungsinkompatibilität.
»Alicia, du übernimmst am Morgen bei der grossen Eiche von Bernd eine Kiste Äpfel.«
»Bernd, du übergibst am Morgen bei der grossen Eiche der Clara eine Kiste Äpfel.«

Ausser der possessorischen Planungsinkompatibilität, die ich nur der Vollständigkeit halber aufgeführt habe, können alle Planungsinkompatibilitäten auch in einer Dezentralplan-Wirtschaft (Marktwirtschaft) geschehen und sind dann dort Marktungleichgewicht.

Und so, wie sich ein inkompatibler zentraler Wirtschaftsplan dann deswegen unmöglich vollständig verwirklichen lässt, teilweise platzt, lässt sich auch inkompatibler dezentraler Wirtschaftsplan dann deswegen unmöglich vollständig verwirklichen, platzt teilweise.

An dieser Stelle gleich noch am Rande ein Hinweis auf einen wichtigen Unterschied:

In einer Zentralplan-Wirtschaft würde man bei Planungsinkompatibilitäten wohl in bester Einigkeit irgendwelche Organe der Planungsbehörde für die Misere verantwortlich machen.
In einer Dezentralplan-Wirtschaft mit diesbezüglich so gut wie unwissenden Bürgern hingegen, fangen die Leute dann an, irgendwelche "naheliegende Gründe", "offensichtliche Schuldige" für die Misere "zu finden", und Interessengruppen betreiben dabei Bauernfängerei.

down Wer ist denn hier der Sprecher, der die Anweisungen gibt? Es sind doch die individuellen Absichten der Akteure! (oT)

Als Antwort auf Was ist Marktungleichgewicht?, Ivan (2010-03-03 10:28:33)...

Geschrieben von tar (2010-03-03 11:57:50):

asdf

down Re: Wer ist denn hier der Sprecher, der die Anweisungen gibt? Es sind doch die individuellen Absichten der Akteure! (oT)

Als Antwort auf Wer ist denn hier der Sprecher, der die Anweisungen gibt? Es sind doch die individuellen Absichten der Akteure! (oT), tar (2010-03-03 11:57:50)...

Geschrieben von Ivan (2010-03-03 21:05:29):

Hast du vielleicht folgendes alles überlesen?

[...] in einer Zentralplan-Wirtschaft (Zentralverwaltungswirtschaft) [...] die Planungsbehörde [...]
[...]
[...] in einer Dezentralplan-Wirtschaft (Marktwirtschaft) [...]
[...]
[...] zentraler Wirtschaftsplan [...] dezentraler Wirtschaftsplan [...]
[...]
In einer Zentralplan-Wirtschaft [...]
In einer Dezentralplan-Wirtschaft [...]

down Re(2): Wer ist denn hier der Sprecher, der die Anweisungen gibt? Es sind doch die individuellen Absichten der Akteure! (oT)

Als Antwort auf Re: Wer ist denn hier der Sprecher, der die Anweisungen gibt? Es sind doch die individuellen Absichten der Akteure! (oT), Ivan (2010-03-03 21:05:29)...

Geschrieben von tar (2010-03-03 22:26:58):

Du schließt doch deinen Planwirtschaftsvergleich hiermit:

In einer Dezentralplan-Wirtschaft mit diesbezüglich so gut wie unwissenden Bürgern hingegen, fangen die Leute dann an, irgendwelche "naheliegende Gründe", "offensichtliche Schuldige" für die Misere "zu finden", und Interessengruppen betreiben dabei Bauernfängerei.
Eben individuelle Absichten - es gibt keine berechenbare Festlegung/Planung. Daher scheitern letztlich auch Planwirtschaften, die Festlegungen treffen wollen, die nicht den realen Bedürfnissen entsprechen, so dass die Akteure irgendwann dagegen aufbegehren, indes der Prozess selbst bis zu diesem Aufbegehren reibungslos verläuft, sprich keiner deiner genannten Ausnahmen auftritt.

Real herrscht immer Ungleichgewicht.

Gruß!

down Re(3): Wer ist denn hier der Sprecher, der die Anweisungen gibt? Es sind doch die individuellen Absichten der Akteure! (oT)

Als Antwort auf Re(2): Wer ist denn hier der Sprecher, der die Anweisungen gibt? Es sind doch die individuellen Absichten der Akteure! (oT), tar (2010-03-03 22:26:58)...

Geschrieben von Ivan (2010-03-04 16:55:31):

Du schließt doch deinen Planwirtschaftsvergleich hiermit:

Ja, ich schloss mit einem "Hinweis am Rande".

In einer Dezentralplan-Wirtschaft mit diesbezüglich so gut wie unwissenden Bürgern hingegen, fangen die Leute dann an, irgendwelche "naheliegende Gründe", "offensichtliche Schuldige" für die Misere "zu finden", und Interessengruppen betreiben dabei Bauernfängerei.

Eben individuelle Absichten - es gibt keine berechenbare Festlegung/Planung.

Ja, an dieser Stelle war gerade von einem dezentralen Wirtschaftsplan die Rede. Aber dennoch war von einem Wirtschaftsplan die Rede, und dann zu sagen: »es gibt keine berechenbare Festlegung/Planung«, klingt für mich schräg; doch ist es mir nicht klar, was damit gemeint ist (und ich frage mich, ob das Gemeinte vielleicht bloss eine Abschweifung ist).

Daher scheitern letztlich auch Planwirtschaften, die Festlegungen treffen wollen, die nicht den realen Bedürfnissen entsprechen, so dass die Akteure irgendwann dagegen aufbegehren, indes der Prozess selbst bis zu diesem Aufbegehren reibungslos verläuft, sprich keiner deiner genannten Ausnahmen auftritt.

Ich wollte wichtige Begriffe anhand einer Zentralplan-Wirtschaft (Zentralverwaltungswirtschaft, Planwirtschaft) veranschaulichen. Nicht anhand einer Dezentralplan-Wirtschaft (Marktwirtschaft), weil sich vergleichbare Anschauungen dort nur sehr schwer differenzieren liessen:

»Auf dem Markt unter der grossen Eiche wird eine Kisten Äpfel angeboten und zwei Kisten Äpfel werden nachgefragt.«

Handelt es sich hierbei um qualitative oder quantitative oder zeitliche oder örtliche Planungsinkompatibilität? Man weiss es nicht, weil jedweder Kontext fehlt, den man daher zuerst mühsam bestimmten müsste.

Und du legst nun aber diese Begriffe deswegen, weil ich sie eben anhand einer Zentralplan-Wirtschaft veranschaulichen habe, zu eng aus. Irgendwie als ob Direktiven einer Planungsbehörde nötig seien, zu ihrem Wesen gehören. Aber es sind nur Pläne nötig, und die Konsumpläne oder -wünsche gehören auch dazu.

Real herrscht immer Ungleichgewicht.

So ist es oder so ist es nicht.

down schwimmender Nichtschwimmer?

Als Antwort auf Re(3): Wer ist denn hier der Sprecher, der die Anweisungen gibt? Es sind doch die individuellen Absichten der Akteure! (oT), Ivan (2010-03-04 16:55:31)...

Geschrieben von tar (2010-03-04 19:49:41):

Du schließt doch deinen Planwirtschaftsvergleich hiermit:

Ja, ich schloss mit einem "Hinweis am Rande".

In einer Dezentralplan-Wirtschaft mit diesbezüglich so gut wie unwissenden Bürgern hingegen, fangen die Leute dann an, irgendwelche "naheliegende Gründe", "offensichtliche Schuldige" für die Misere "zu finden", und Interessengruppen betreiben dabei Bauernfängerei.

Eben individuelle Absichten - es gibt keine berechenbare Festlegung/Planung.

Ja, an dieser Stelle war gerade von einem dezentralen Wirtschaftsplan die Rede. Aber dennoch war von einem Wirtschaftsplan die Rede, und dann zu sagen: »es gibt keine berechenbare Festlegung/Planung«, klingt für mich schräg; doch ist es mir nicht klar, was damit gemeint ist (und ich frage mich, ob das Gemeinte vielleicht bloss eine Abschweifung ist).
Das wirtschaftliche Aufeinandertreffen (ob PLAN- oder MARKT-Wirtschaft) ist immer ein Kompromiss. Ich plane heute alles für möglichst umsonst zu erhalten und die Anbieter wollen wenn möglich mein gesamtes Eigentum erhalten. Der Planungsbüroleiter plant die Fertigstellung der Transaktion möglichst noch vorgestern, der zuständige Ingenieur muss demgegenüber die Moral seiner Arbeiter aufrecht erhalten, die aber doch gerne erstmal ihre Mittagspause verlängern würden.

Bist du vielleicht im Modell - ich in der Realität?

Daher scheitern letztlich auch Planwirtschaften, die Festlegungen treffen wollen, die nicht den realen Bedürfnissen entsprechen, so dass die Akteure irgendwann dagegen aufbegehren, indes der Prozess selbst bis zu diesem Aufbegehren reibungslos verläuft, sprich keiner deiner genannten Ausnahmen auftritt.

Ich wollte wichtige Begriffe anhand einer Zentralplan-Wirtschaft (Zentralverwaltungswirtschaft, Planwirtschaft) veranschaulichen. Nicht anhand einer Dezentralplan-Wirtschaft (Marktwirtschaft), weil sich vergleichbare Anschauungen dort nur sehr schwer differenzieren liessen:

»Auf dem Markt unter der grossen Eiche wird eine Kisten Äpfel angeboten und zwei Kisten Äpfel werden nachgefragt.«

Handelt es sich hierbei um qualitative oder quantitative oder zeitliche oder örtliche Planungsinkompatibilität? Man weiss es nicht, weil jedweder Kontext fehlt, den man daher zuerst mühsam bestimmten müsste.
Gegenbeispiel:

"Auf dem Markt unter der grossen Eiche wird mittags eine Kiste Äpfel angeboten und nachgefragt."

Handelt es sich hier um Planerfüllung, ein Gleichgewicht oder einfach nur um das Ergebnis ein viel komplexeren Prozesses, über dessen Ursachen wir nur Aussagen treffen können, wenn wir die direkt angekoppelten Prozesse und die daran Beteiligten beobachten?

Und du legst nun aber diese Begriffe deswegen, weil ich sie eben anhand einer Zentralplan-Wirtschaft veranschaulichen habe, zu eng aus. Irgendwie als ob Direktiven einer Planungsbehörde nötig seien, zu ihrem Wesen gehören. Aber es sind nur Pläne nötig, und die Konsumpläne oder -wünsche gehören auch dazu.
Die aber niemals gleichgewichtig sein können.

Real herrscht immer Ungleichgewicht.

So ist es oder so ist es nicht.
Toll - mit dieser Antwort kann man nichts anfangen.

Gruß!

down Re: schwimmender Nichtschwimmer?

Als Antwort auf schwimmender Nichtschwimmer?, tar (2010-03-04 19:49:41)...

Geschrieben von Ivan (2010-03-04 22:42:16):

Ja, an dieser Stelle war gerade von einem dezentralen Wirtschaftsplan die Rede. Aber dennoch war von einem Wirtschaftsplan die Rede, und dann zu sagen: »es gibt keine berechenbare Festlegung/Planung«, klingt für mich schräg; doch ist es mir nicht klar, was damit gemeint ist (und ich frage mich, ob das Gemeinte vielleicht bloss eine Abschweifung ist).

Das wirtschaftliche Aufeinandertreffen (ob PLAN- oder MARKT-Wirtschaft) ist immer ein Kompromiss. Ich plane heute alles für möglichst umsonst zu erhalten und die Anbieter wollen wenn möglich mein gesamtes Eigentum erhalten. Der Planungsbüroleiter plant die Fertigstellung der Transaktion möglichst noch vorgestern, der zuständige Ingenieur muss demgegenüber die Moral seiner Arbeiter aufrecht erhalten, die aber doch gerne erstmal ihre Mittagspause verlängern würden.

Weder Wunschträume sind gemeint noch Pläne von Wirtschaftstoren.

Bist du vielleicht im Modell - ich in der Realität?

Ich wollte wichtige Begriffe anhand einer Zentralplan-Wirtschaft (Zentralverwaltungswirtschaft, Planwirtschaft) veranschaulichen. Nicht anhand einer Dezentralplan-Wirtschaft (Marktwirtschaft), weil sich vergleichbare Anschauungen dort nur sehr schwer differenzieren liessen:

»Auf dem Markt unter der grossen Eiche wird eine Kisten Äpfel angeboten und zwei Kisten Äpfel werden nachgefragt.«

Handelt es sich hierbei um qualitative oder quantitative oder zeitliche oder örtliche Planungsinkompatibilität? Man weiss es nicht, weil jedweder Kontext fehlt, den man daher zuerst mühsam bestimmten müsste.

Gegenbeispiel:

"Auf dem Markt unter der grossen Eiche wird mittags eine Kiste Äpfel angeboten und nachgefragt."

Handelt es sich hier um Planerfüllung, ein Gleichgewicht [...

Falls hier in dieser Einzelvorstellung in meinem Sinne angeboten und nachgefragt wird, dann trifft auf sie zu, dass Angebot und Nachfrage zusammenpasst, also ist sie Gleichgewicht.

(Übrigens war das keine Stelle, an der man ein »Gegenbeispiel« anbringen konnte.)

...] oder einfach nur um das Ergebnis ein viel komplexeren Prozesses, über dessen Ursachen wir nur Aussagen treffen können, wenn wir die direkt angekoppelten Prozesse und die daran Beteiligten beobachten?

Es lag ja gar nicht in meiner Absicht irgendwas zu begründen, sondern auf Begriffe hinzuweisen, die dann in Begründungen auftauchen könnten. Nicht ohne Grund lautete der Titel meines Eingangsbeitrags: »Was ist Marktungleichgewicht?«

Und du legst nun aber diese Begriffe deswegen, weil ich sie eben anhand einer Zentralplan-Wirtschaft veranschaulichen habe, zu eng aus. Irgendwie als ob Direktiven einer Planungsbehörde nötig seien, zu ihrem Wesen gehören. Aber es sind nur Pläne nötig, und die Konsumpläne oder -wünsche gehören auch dazu.

Die aber niemals gleichgewichtig sein können.

So ist es oder so ist es nicht.

Real herrscht immer Ungleichgewicht.

So ist es oder so ist es nicht.

Toll - mit dieser Antwort kann man nichts anfangen.

Darauf triffst du vor allem dann, wenn du schnell en passant irgendwelche Behauptungen hinstellst, die an der Sache vorbeigehen. Und die Wahrscheinlichkeit ist grösser, wenn sie auch noch wenig bis gar nicht begründet sind.

down Re(2): schwimmender Nichtschwimmer? / Widersprüchlicher Wirtschaftsplan

Als Antwort auf Re: schwimmender Nichtschwimmer?, Ivan (2010-03-04 22:42:16)...

Geschrieben von Ivan (2010-03-05 10:02:07):

Ja, an dieser Stelle war gerade von einem dezentralen Wirtschaftsplan die Rede. Aber dennoch war von einem Wirtschaftsplan die Rede, und dann zu sagen: »es gibt keine berechenbare Festlegung/Planung«, klingt für mich schräg; doch ist es mir nicht klar, was damit gemeint ist (und ich frage mich, ob das Gemeinte vielleicht bloss eine Abschweifung ist).

Das wirtschaftliche Aufeinandertreffen (ob PLAN- oder MARKT-Wirtschaft) ist immer ein Kompromiss. Ich plane heute alles für möglichst umsonst zu erhalten und die Anbieter wollen wenn möglich mein gesamtes Eigentum erhalten. Der Planungsbüroleiter plant die Fertigstellung der Transaktion möglichst noch vorgestern, der zuständige Ingenieur muss demgegenüber die Moral seiner Arbeiter aufrecht erhalten, die aber doch gerne erstmal ihre Mittagspause verlängern würden.

Weder Wunschträume sind gemeint noch Pläne von Wirtschaftstoren.

Dass du mit "Plan" Wunschtraum oder törichtes Vorhaben meintest, führte vermutlich zu der Behauptung, dass "Pläne" unmöglich zusammenpassen können. Andererseits aber gingst du bei der Planungsbehörde nicht von Wunschtraum oder törichtem Vorhaben aus (jedenfalls was die Produktionspläne betrifft, solange man sie nicht den Konsumplänen gegenüberstellt):

[...] indes der Prozess selbst bis zu diesem Aufbegehren reibungslos verläuft, sprich keiner deiner genannten Ausnahmen auftritt.

Du gebrauchtest das Wort "Plan" also in doppeltem Sinn (äquivok), und einer der beiden Begriffe meine ich mit "Plan" immer, den anderen -- Wunschtraum oder törichtes Vorhaben -- meine ich mit "Plan" nie.

Wenn ein Wunschtraum oder ein törichtes Vorhaben platzt, hat man sich getäuscht und der Wunschtraum oder das törichtes Vorhaben ist deswegen geplatzt. Der Grund hierfür war nicht, dass Pläne nicht miteinander kompatibel waren; Pläne in meinem Sinne kamen gar nicht vor.

Und auch weil ich bereits erfahren habe, dass Leute sich damit schwer tun können, veranschauliche ich eben den Begriff des Ungleichgewichts anhand einer Zentralplan-Wirtschaft. Denn dort sieht man sehr schön, was das Wesen des Ungleichgewichts ist, nämlich Widersprüchlichkeit, Unvereinbarkeit, Inkompatibilität, Nichtzusammenpassen: die Planungsbehörde schmiedet halt einen widersprüchlichen Wirtschaftsplan, der sich dann freilich nicht erfüllen lässt (a priori). Und wenn der Wirtschaftsplan dann wegen seiner Widersprüchlichkeit platzt, sollte man solches Platzen auch damit begründen.

Ist man dann mit jemandem so weit gekommen, muss man ihn nur noch zur Einsicht bringen, dass er auch in einer Dezentralplan-Wirtschaft (Marktwirtschaft) die Möglichkeit eines widersprüchlichen Wirtschaftsplans in Betracht ziehen muss, und schon hat er den Begriff des Marktungleichgewichts. Ausserdem hat seine Einsicht dann eine gewisse Tiefe und Allgemeinheit (Unabhängigkeit von der Ausgestaltung der Wirtschaftsordnung), ist eine gute Basis zum selber weiter denken.

down Re(3): schwimmender Nichtschwimmer? / Widersprüchlicher Wirtschaftsplan

Als Antwort auf Re(2): schwimmender Nichtschwimmer? / Widersprüchlicher Wirtschaftsplan, Ivan (2010-03-05 10:02:07)...

Geschrieben von tar (2010-03-05 12:40:09):

Ja, an dieser Stelle war gerade von einem dezentralen Wirtschaftsplan die Rede. Aber dennoch war von einem Wirtschaftsplan die Rede, und dann zu sagen: »es gibt keine berechenbare Festlegung/Planung«, klingt für mich schräg; doch ist es mir nicht klar, was damit gemeint ist (und ich frage mich, ob das Gemeinte vielleicht bloss eine Abschweifung ist).

Das wirtschaftliche Aufeinandertreffen (ob PLAN- oder MARKT-Wirtschaft) ist immer ein Kompromiss. Ich plane heute alles für möglichst umsonst zu erhalten und die Anbieter wollen wenn möglich mein gesamtes Eigentum erhalten. Der Planungsbüroleiter plant die Fertigstellung der Transaktion möglichst noch vorgestern, der zuständige Ingenieur muss demgegenüber die Moral seiner Arbeiter aufrecht erhalten, die aber doch gerne erstmal ihre Mittagspause verlängern würden.

Weder Wunschträume sind gemeint noch Pläne von Wirtschaftstoren.

Dass du mit "Plan" Wunschtraum oder törichtes Vorhaben meintest, führte vermutlich zu der Behauptung, dass "Pläne" unmöglich zusammenpassen können. Andererseits aber gingst du bei der Planungsbehörde nicht von Wunschtraum oder törichtem Vorhaben aus (jedenfalls was die Produktionspläne betrifft, solange man sie nicht den Konsumplänen gegenüberstellt):

[...] indes der Prozess selbst bis zu diesem Aufbegehren reibungslos verläuft, sprich keiner deiner genannten Ausnahmen auftritt.

Du gebrauchtest das Wort "Plan" also in doppeltem Sinn (äquivok), und einer der beiden Begriffe meine ich mit "Plan" immer, den anderen -- Wunschtraum oder törichtes Vorhaben -- meine ich mit "Plan" nie.

Wenn ein Wunschtraum oder ein törichtes Vorhaben platzt, hat man sich getäuscht und der Wunschtraum oder das törichtes Vorhaben ist deswegen geplatzt. Der Grund hierfür war nicht, dass Pläne nicht miteinander kompatibel waren; Pläne in meinem Sinne kamen gar nicht vor.

Und auch weil ich bereits erfahren habe, dass Leute sich damit schwer tun können, veranschauliche ich eben den Begriff des Ungleichgewichts anhand einer Zentralplan-Wirtschaft. Denn dort sieht man sehr schön, was das Wesen des Ungleichgewichts ist, nämlich Widersprüchlichkeit, Unvereinbarkeit, Inkompatibilität, Nichtzusammenpassen: die Planungsbehörde schmiedet halt einen widersprüchlichen Wirtschaftsplan, der sich dann freilich nicht erfüllen lässt (a priori). Und wenn der Wirtschaftsplan dann wegen seiner Widersprüchlichkeit platzt, sollte man solches Platzen auch damit begründen.

Ist man dann mit jemandem so weit gekommen, muss man ihn nur noch zur Einsicht bringen, dass er auch in einer Dezentralplan-Wirtschaft (Marktwirtschaft) die Möglichkeit eines widersprüchlichen Wirtschaftsplans in Betracht ziehen muss, und schon hat er den Begriff des Marktungleichgewichts. Ausserdem hat seine Einsicht dann eine gewisse Tiefe und Allgemeinheit (Unabhängigkeit von der Ausgestaltung der Wirtschaftsordnung), ist eine gute Basis zum selber weiter denken.
Ein Plan geht immer mit einem Wunsch einher - er beinhaltet die Abschätzung der künftigen Ereignisse anhand vergangener Erfahrungen und gesammelter Informationen. Anders ist ein Plan - also völlig unabhängig von Wunschdenken, was du als törichtes Verhalten titulierst - nicht definierbar. Eine Planungsbehörde ist dahingehend der schlimmste, verbrecherische Wunschpalast, dem die Realität immer ein Schnippchen schlägt, was man selbst anhand einfachster, für sich persönlich geplanter Vorgänge nachvollziehen kann, bei denen nahezu immer irgendetwas dazwischen kommt, was man eben nicht einkalkuliert hat. Sei es der Unfall auf dem Weg zur Arbeit, das Vergessen der Wasserwaage bei einer Rohrinstallation, der Nachschubengpass des Rohstoffes xy aufgrund politischer Indifferenzen oder oder oder.

Es handelt sich hierbei fast ausschließlich um Informationsdefizite, auf die - und auch das liegt nunmal in der Realität begründet - niemals jeder jederzeit zugreifen kann. Das ist das Dilemma der rationalen Erwartung, wobei durch die vollkommene Information eine irreale Annahme unterstellt wird.

Natürlich habe ich überspitzt mit meinen Planvorstellen, doch was ändern die Nuancen am Wesen des Plans, der sich auf Erwartungen gründet, also Wunschvorstellungen?

Und damit nochmal zur (fehlenden?) Begründung, wieso es nie ein Gleichgewicht geben kann - ob in Plan- oder Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage sind in der Realität nur scheinbar identisch, weil die Realität volatil ist und sich nunmal stetig verändert. Es gibt nicht ein Ding, was einfach ist - alles wandelt sich. So herrscht immer(!) ein Überhang an Angebot oder Nachfrage und entsprechenden nachträglichen (durch die Erfahrung) Preis- und Mengenanpassungen.

Falls der Zustand eintritt, dass einmal die gesamte Produktionspalette nachgefragt wird, ist die Nachfrage in diesem Falle höher, nur wird sie durch das Angebot nicht ausreichend befriedigt. Die Folge: Expansion des Unternehmens und im Regelfall eine Preiserhöhung. Und natürlich vice versa.

Das Wirtschaften ist also ein Kompromiss von vorher getroffenen Erwartungen (Wünschen), die sich in für das Individuum realisierten Plänen widerspiegeln.

Gruß!

down Re(4): schwimmender Nichtschwimmer? / Widersprüchlicher Wirtschaftsplan

Als Antwort auf Re(3): schwimmender Nichtschwimmer? / Widersprüchlicher Wirtschaftsplan, tar (2010-03-05 12:40:09)...

Geschrieben von Ivan (2010-03-05 16:33:56):

Ein Plan geht immer mit einem Wunsch einher - [...

Ja, Plan ist Wunsch, aber Wunsch ist Plan nicht. Zumindest nicht, wenn eben "Wunsch" im Sinne von Wunschträumerei gebraucht wird: Anbieter wunschträumen astronomische Preise und Nachfrager wunschträumen mikroskopische Preise. Aber diese Wunschträumereien sind nicht ihre Erwartungen, zu denen sie planen, das fliesst überhaupt nicht in ihre Planung ein.

...] er beinhaltet die Abschätzung der künftigen Ereignisse anhand vergangener Erfahrungen und gesammelter Informationen.

Richtig.

Anders ist ein Plan - also völlig unabhängig von Wunschdenken, was du als törichtes Verhalten titulierst - nicht definierbar.

Du verstehst mich doch ganz absichtlich falsch. Von Wunschträumereien und törichten Vorhaben sprach ich in Verbindung mit diesem Absatz:

Ich plane heute alles für möglichst umsonst zu erhalten und die Anbieter wollen wenn möglich mein gesamtes Eigentum erhalten. Der Planungsbüroleiter plant die Fertigstellung der Transaktion möglichst noch vorgestern, der zuständige Ingenieur muss demgegenüber die Moral seiner Arbeiter aufrecht erhalten, die aber doch gerne erstmal ihre Mittagspause verlängern würden.

Du schreibst ja auch »möglichst«! Es findet eben nicht die Planung statt in Erwartung solcher Wunschträumereien und es werden eben nicht solche törichte Vorhaben geplant, sondern du willst ums Verrecken das Wort "Plan" in doppeltem Sinn gebrauchen oder in einem anderen Sinn als ich, jedenfalls nicht so wie ich.

Es handelt sich hierbei fast ausschließlich um Informationsdefizite, auf die - und auch das liegt nunmal in der Realität begründet - niemals jeder jederzeit zugreifen kann. Das ist das Dilemma der rationalen Erwartung, wobei durch die vollkommene Information eine irreale Annahme unterstellt wird.

Nur weil du das in den falschen Hals kriegst. Vollkommene Märkte dienen als Referenz, und niemand behauptet doch, unvollkommene Märkte seien vollkommen beziehungsweise dass es keine unvollkommenen Märkte gebe. Tatsächliche Märkte sind unvollkommen und so ergeben sich Abweichungen zur Referenz 'vollkommener Markt' (Ideal), dazu wird aber eben diese Referenz benötigt! Das ist nicht die Abgehobenheit der Ökonomen, die sowas macht, sondern das ist die Vernunft der Ökonomen, die sowas macht.

Natürlich habe ich überspitzt mit meinen Planvorstellen, doch was ändern die Nuancen am Wesen des Plans, der sich auf Erwartungen gründet, also Wunschvorstellungen?

Es geht nicht Wörter, sondern um Begriffe1).

~ö~

Fischreusen sind da um der Fische willen;
hat man die Fische, so vergisst man die Reusen.

Hasenschlingen sind da um der Hasen willen;
hat man die Hasen, so vergisst man die Schlingen.

Worte sind da um der Gedanken willen;
hat man den Gedanken, so vergisst man die Worte.

Wo finde ich einen Menschen, der die Worte vergisst, auf dass ich mit ihm reden kann.

(Zhuangzi)

~ö~

Es kann sein, dass dir -- einem Denken -- hier ungefähr der Begriff vorschwebte, den ich -- ein Denken -- mit "Plan" meine. Du kannst diesen Begriff "Wunschvorstellung" nennen oder "Schokoladentorte" oder "Fnutziguzzi", das ist allenfalls jeweils mehr oder weniger ungeschickt, unüblich, missverständlich, unverständlich, aber dem Begriff ist das einfach nur dermassen unglaublich egal.

Und damit nochmal zur (fehlenden?) Begründung, wieso es nie ein Gleichgewicht geben kann - ob in Plan- oder Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage sind in der Realität nur scheinbar identisch, weil die Realität volatil ist und sich nunmal stetig verändert. Es gibt nicht ein Ding, was einfach ist - alles wandelt sich. So herrscht immer(!) ein Überhang an Angebot oder Nachfrage und entsprechenden nachträglichen (durch die Erfahrung) Preis- und Mengenanpassungen.

Das heisst noch lange nicht, dass das nicht eingeplant ist. Nicht unbedingt als bestimmtes einzelnes Vorkommnis, aber insgesamt als Risiko erwartet und eingeplant.

Falls der Zustand eintritt, dass einmal die gesamte Produktionspalette nachgefragt wird, ist die Nachfrage in diesem Falle höher, nur wird sie durch das Angebot nicht ausreichend befriedigt. Die Folge: Expansion des Unternehmens und im Regelfall eine Preiserhöhung. Und natürlich vice versa.

Das Wirtschaften ist also ein Kompromiss von vorher getroffenen Erwartungen (Wünschen), die sich in für das Individuum realisierten Plänen widerspiegeln.

1)

[...]

Der Begriff

Grundbaustein dieser Logik ist, wie schon gesagt, der BEGRIFF. Als Begriff betrachten wir alles, was meinbar ist und das ist schlechthin alles: Existierendes wie Nichtexistierendes, Individuelles wie Allgemeines, Widerspruchsfreies wie Widerspruchsvolles, Inhaltsreiches wie Inhaltsleeres, Bekanntes wie Unbekanntes, Wahres wie Unwahres, Erkennbares wie Unerkennbares, Scharfes und Unscharfes, Definiertes und Undefiniertes, usw. Man stelle sich vor, es gäbe etwas Nicht-Meinbares, würde man es angeben, hätte man es gemeint. Wir haben hier also den allgemeinsten Begriff vom Begriff.

Einen Begriff können wir fast beliebig bezeichnen, lediglich einige wenige Konventionen gibt es.

Ein Begriff hat Inhalt. Zum Inhalt gehört alles, was mit Sicherheit positiv von ihm gesagt werden kann, alles, was an ihm ist. Etwas ungenau, dafür aber gut verständlich, ist die Vorstellung, es mit einer Liste von Merkmalen zu tun zu haben, die diesem Begriff zukommen.

Ein Begriff hat Umfang. Zum Umfang gehört alles von dem der Begriff gilt, alles, was in ihm ist, alle seine Arten.

Zu jedem Begriff kann man sein Negat bilden. Das Negat eines Begriffes ist all das, was nicht der Begriff ist. So ist z.B. das Negat des Begriffes 'Raucher (Mensch)' auch der Nichtraucher, aber auch ein Pferd, ein Haus, ein Streichholz, usw. Der Negatbegriff faßt alle die Begriffe zusammen, die verschieden von dem Begriff sind, zu dem das Negat gebildet werden soll. Das Negat des Negates eines Begriffes ist wieder der Begriff selbst.

Zwei Grenzbegriffe gibt es:
Das ist zum einen der Begriff des Meinbaren selbst, ein Begriff der als einzigen Inhalt hat, daß er meinbar ist, und das ist so gut wie nichts, denn jeder Begriff ist meinbar. In seinem Umfang ist daher alles. Er wird der inhaltsleere Begriff genannt, oder kurz: M.

Das Negat des Meinbaren wäre das 'Nicht-Meinbare', ein Begriff, der wie wir oben gesehen haben, widersprüchlich ist. Das Negat des Meinbaren nennen wir W, den widersprüchlichen Begriff. Er ist umfangsleer, denn es gibt nichts worauf er zuträfe, außer sich selbst. Sein Inhalt umfaßt alles, was nur irgendwie gemeint werden kann, also absolut alles. Man kann zeigen, daß es nur einen widersprüchlichen Begriff gibt, daß er uns in den verschiedensten Gewändern daherkommt ist etwas anderes, wie auch, daß es nur einen inhaltsleeren Begriff gibt.

Desweiteren ist es nützlich, einen Begriff zur Verfügung zu haben, von dem wir nichts weiter wissen, als das er in einem Zusammenhang gerade an dieser Stelle steht. Wir kennen nicht seine Bezeichnung und nicht seinen Inhalt, nur das er da ist wissen wir. Unser Zeichen für diesen Begriff wird sein: ().

Noch einen Begriffstyp können wir gebrauchen, den sogenannten vergeßbaren Begriff. Von diesem Begriff kennen wir auch nicht die Bezeichnung, wir wissen aber immerhin, daß er nicht widersprüchlich, also W, und auch nicht inhaltsleer, also M ist. Unser Zeichen für einen solchen Begriff ist: (').
Werden mehrere vergeßbare Begriffe benötigt, so muß man andere Zeichen zwischen die Klammern setzen. Diesen Begriffstyp werden wir bei den abgeschwächten Urteilen und Schlüssen benötigen.

Beziehungen zwischen Begriffen

Wir untersuchen jetzt, in welchen Beziehungen Inhalte und Umfänge von Begriffen zueinander stehen können. Die wichtigste Beziehung zwischen Begriffen ist die IDENTITÄT. Identität ist ein sehr schwer definierbarer Begriff. Identität ist nicht Gleichheit, diese ist ein Grenzfall der Ähnlichkeit, eine Beziehung zwischen zwei Relaten. Totalidentisch kann dagegen nur etwas mit sich selbst sein. In diesem Sinne ist die Totalidentität nicht fruchtbar für die Beziehungen zwischen Begriffen, jeder Begriff steht sozusagen isoliert da. Eine andere Identität aber ist fruchtbar. Es ist die TEIL-IDENTITÄT. Sie wird auch das ART-GATTUNGS-VERHÄLTNIS genannt.

In diesem Verhältnis stehen etwa die Begriffe 'Streichinstrument' und 'Geige'. Die 'Geige' ist eine Art der Gattung 'Streichinstrument'. 'Geige' hat allen Inhalt von 'Streichinstrument' und darüber hinaus noch weiteren Inhalt, der dieses Streichinstrument speziell als Geige kennzeichnet, etwa Größe, Armhaltung, usw. Es ist hier keine spezielle, einzelne Geige gemeint, sondern der allgemeine Begriff 'Geige'.

Dieses Art-Gattungs-Verhältnis drückt man auch aus, wenn man sagt: 'Alle Geigen sind Streichinstrumente'. Hier haben wir das alte a - Urteil des Aristoteles vor uns, nur das es jetzt durch die Identitätsbeziehung erklärt wird. Man könnte auch sagen, daß 'Geige' vollständig im Umfang von 'Streichinstrument' enthalten ist.

Nun führen wir noch eine andere Art von 'Streichinstrument' ein, die 'Bratsche'. Auch 'Bratsche' steht im Art-Gattungs-Verhältnis zu 'Streichinstrument'. Auch hier können wir also sagen: 'Alle Bratschen sind Streichinstrumente'.

Aber nun stellen wir uns die Frage, wie 'Geige' und 'Bratsche' zueinander stehen. Ganz sicher stehen sie nicht im Art-Gattungs-Verhältnis, denn weder hat 'Geige' allen Inhalt von 'Bratsche' noch ist es umgedreht der Fall, im Gegenteil sogar: 'Geige' und 'Bratsche' haben Inhalte, die einander widersprechen. Anders ausgedrückt: 'Geige' und 'Bratsche' sind verschieden voneinander. Diese Verschiedenheit drückte bei Aristoteles das e - Urteil aus: 'Alle Geigen sind nicht Bratschen'. Wir wollen diese Verschiedenheit DIVERSITÄT nennen. Sie ist für uns aber nicht einfach nur Verschiedenheit, sondern eine ganz bestimmte Verschiedenheit, nämlich UMFANGSFREMDHEIT, d.h. diese Begriffe haben keine gemeinsamen widerspruchsfreien Arten, denn in einer gemeinsamen Art zweier diverser Begriffe würden auch die einander widersprechenden Inhalte der beiden Begriffe zusammengefaßt. Eine solche Art wäre deshalb W, der widersprüchliche Begriff und der ist umfangsleer.

[...]

(www.begriffslogik.de/blogik.html)

down Re(5): schwimmender Nichtschwimmer? / Widersprüchlicher Wirtschaftsplan

Als Antwort auf Re(4): schwimmender Nichtschwimmer? / Widersprüchlicher Wirtschaftsplan, Ivan (2010-03-05 16:33:56)...

Geschrieben von tar (2010-03-05 16:53:48):

Ein Plan geht immer mit einem Wunsch einher - [...

Ja, Plan ist Wunsch, aber Wunsch ist Plan nicht. Zumindest nicht, wenn eben "Wunsch" im Sinne von Wunschträumerei gebraucht wird: Anbieter wunschträumen astronomische Preise und Nachfrager wunschträumen mikroskopische Preise. Aber diese Wunschträumereien sind nicht ihre Erwartungen, zu denen sie planen, das fliesst überhaupt nicht in ihre Planung ein.
Wer hat das behauptet?

Anders ist ein Plan - also völlig unabhängig von Wunschdenken, was du als törichtes Verhalten titulierst - nicht definierbar.

Du verstehst mich doch ganz absichtlich falsch. Von Wunschträumereien und törichten Vorhaben sprach ich in Verbindung mit diesem Absatz:

Ich plane heute alles für möglichst umsonst zu erhalten und die Anbieter wollen wenn möglich mein gesamtes Eigentum erhalten. Der Planungsbüroleiter plant die Fertigstellung der Transaktion möglichst noch vorgestern, der zuständige Ingenieur muss demgegenüber die Moral seiner Arbeiter aufrecht erhalten, die aber doch gerne erstmal ihre Mittagspause verlängern würden.

Du schreibst ja auch »möglichst«! Es findet eben nicht die Planung statt in Erwartung solcher Wunschträumereien und es werden eben nicht solche törichte Vorhaben geplant, sondern du willst ums Verrecken das Wort "Plan" in doppeltem Sinn gebrauchen oder in einem anderen Sinn als ich, jedenfalls nicht so wie ich.
Dann definiere doch einfach "Plan" nach deinem Verständnis ganz konkret, statt hier weiträumig über Begriff und Artgattung auszuschweifen und dich in Allgemeinplätzen zu verlieren. Fischreusen... mein Gott!

Was ich die ganze Zeit sagen will, ist, dass es den vorgefertigen gleichgewichtigen(!) Plan in der Realität nicht gibt - und es kann ihn nie geben. Ob ausreichend Vernunft, Wille oder sonstwas gegeben sei - es fehlt vereinfacht gesagt die vollkommene Information!

Ist dein Plan also jener mit vollkommener Information, also absolut unrealistisch?

Es handelt sich hierbei fast ausschließlich um Informationsdefizite, auf die - und auch das liegt nunmal in der Realität begründet - niemals jeder jederzeit zugreifen kann. Das ist das Dilemma der rationalen Erwartung, wobei durch die vollkommene Information eine irreale Annahme unterstellt wird.

Nur weil du das in den falschen Hals kriegst. Vollkommene Märkte dienen als Referenz, und niemand behauptet doch, unvollkommene Märkte seien vollkommen beziehungsweise dass es keine unvollkommenen Märkte gebe. Tatsächliche Märkte sind unvollkommen und so ergeben sich Abweichungen zur Referenz 'vollkommener Markt' (Ideal), dazu wird aber eben diese Referenz benötigt! Das ist nicht die Abgehobenheit der Ökonomen, die sowas macht, sondern das ist die Vernunft der Ökonomen, die sowas macht.
Ziehst du den vollkommenen Markt zurate, wenn du ein Ungleichgewicht definieren willst oder die Realität?

Natürlich habe ich überspitzt mit meinen Planvorstellen, doch was ändern die Nuancen am Wesen des Plans, der sich auf Erwartungen gründet, also Wunschvorstellungen?

Es geht nicht Wörter, sondern um Begriffe1).
Ja und um Gedanken und dann kommen wir zum Willen und zur Transzendenz. Ganz ehrlich: Wenn ich philosophieren wöllte, hätte ich es kundgetan.

Es kann sein, dass dir -- einem Denken -- hier ungefähr der Begriff vorschwebte, den ich -- ein Denken -- mit "Plan" meine. Du kannst diesen Begriff "Wunschvorstellung" nennen oder "Schokoladentorte" oder "Fnutziguzzi", das ist allenfalls jeweils mehr oder weniger ungeschickt, unüblich, missverständlich, unverständlich, aber dem Begriff ist das einfach nur dermassen unglaublich egal.
Wenn ghzurnzuskr dir schon heuauhrutfl hiodieuj lalskrud! Das msiuehjdhzu miasdi kdkiu Fnutziguzzi.

Ich hoffe, wir verstehen uns?

Und damit nochmal zur (fehlenden?) Begründung, wieso es nie ein Gleichgewicht geben kann - ob in Plan- oder Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage sind in der Realität nur scheinbar identisch, weil die Realität volatil ist und sich nunmal stetig verändert. Es gibt nicht ein Ding, was einfach ist - alles wandelt sich. So herrscht immer(!) ein Überhang an Angebot oder Nachfrage und entsprechenden nachträglichen (durch die Erfahrung) Preis- und Mengenanpassungen.

Das heisst noch lange nicht, dass das nicht eingeplant ist. Nicht unbedingt als bestimmtes einzelnes Vorkommnis, aber insgesamt als Risiko erwartet und eingeplant.
Also führt das eingeplante Missverhältnis von Nachfrage und Angebot zum Gleichgewicht von Nachfrage und Angebot? MMn nicht.

Gruß!

down Re(6): schwimmender Nichtschwimmer? / Widersprüchlicher Wirtschaftsplan

Als Antwort auf Re(5): schwimmender Nichtschwimmer? / Widersprüchlicher Wirtschaftsplan, tar (2010-03-05 16:53:48)...

Geschrieben von Ivan (2010-03-05 19:39:41):

Ein Plan geht immer mit einem Wunsch einher - [...

Ja, Plan ist Wunsch, aber Wunsch ist Plan nicht. Zumindest nicht, wenn eben "Wunsch" im Sinne von Wunschträumerei gebraucht wird: Anbieter wunschträumen astronomische Preise und Nachfrager wunschträumen mikroskopische Preise. Aber diese Wunschträumereien sind nicht ihre Erwartungen, zu denen sie planen, das fliesst überhaupt nicht in ihre Planung ein.
Wer hat das behauptet?

Du gebrauchtest -- wie gesagt -- "Plan" in doppeltem Sinn.

Anders ist ein Plan - also völlig unabhängig von Wunschdenken, was du als törichtes Verhalten titulierst - nicht definierbar.

Du verstehst mich doch ganz absichtlich falsch. Von Wunschträumereien und törichten Vorhaben sprach ich in Verbindung mit diesem Absatz:

Ich plane heute alles für möglichst umsonst zu erhalten und die Anbieter wollen wenn möglich mein gesamtes Eigentum erhalten. Der Planungsbüroleiter plant die Fertigstellung der Transaktion möglichst noch vorgestern, der zuständige Ingenieur muss demgegenüber die Moral seiner Arbeiter aufrecht erhalten, die aber doch gerne erstmal ihre Mittagspause verlängern würden.

Du schreibst ja auch »möglichst«! Es findet eben nicht die Planung statt in Erwartung solcher Wunschträumereien und es werden eben nicht solche törichte Vorhaben geplant, sondern du willst ums Verrecken das Wort "Plan" in doppeltem Sinn gebrauchen oder in einem anderen Sinn als ich, jedenfalls nicht so wie ich.
Dann definiere doch einfach "Plan" nach deinem Verständnis ganz konkret, statt hier weiträumig über Begriff und Artgattung auszuschweifen und dich in Allgemeinplätzen zu verlieren. Fischreusen... mein Gott!

In Ordnung.

Was ich die ganze Zeit sagen will, ist, dass es den vorgefertigen gleichgewichtigen(!) Plan in der Realität nicht gibt - und es kann ihn nie geben. Ob ausreichend Vernunft, Wille oder sonstwas gegeben sei - es fehlt vereinfacht gesagt die vollkommene Information!

Ist dein Plan also jener mit vollkommener Information, also absolut unrealistisch?

Es handelt sich hierbei fast ausschließlich um Informationsdefizite, auf die - und auch das liegt nunmal in der Realität begründet - niemals jeder jederzeit zugreifen kann. Das ist das Dilemma der rationalen Erwartung, wobei durch die vollkommene Information eine irreale Annahme unterstellt wird.

Nur weil du das in den falschen Hals kriegst. Vollkommene Märkte dienen als Referenz, und niemand behauptet doch, unvollkommene Märkte seien vollkommen beziehungsweise dass es keine unvollkommenen Märkte gebe. Tatsächliche Märkte sind unvollkommen und so ergeben sich Abweichungen zur Referenz 'vollkommener Markt' (Ideal), dazu wird aber eben diese Referenz benötigt! Das ist nicht die Abgehobenheit der Ökonomen, die sowas macht, sondern das ist die Vernunft der Ökonomen, die sowas macht.
Ziehst du den vollkommenen Markt zurate, wenn du ein Ungleichgewicht definieren willst oder die Realität?

Natürlich habe ich überspitzt mit meinen Planvorstellen, doch was ändern die Nuancen am Wesen des Plans, der sich auf Erwartungen gründet, also Wunschvorstellungen?

Es geht nicht Wörter, sondern um Begriffe1).
Ja und um Gedanken und dann kommen wir zum Willen und zur Transzendenz. Ganz ehrlich: Wenn ich philosophieren wöllte, hätte ich es kundgetan.

Es kann sein, dass dir -- einem Denken -- hier ungefähr der Begriff vorschwebte, den ich -- ein Denken -- mit "Plan" meine. Du kannst diesen Begriff "Wunschvorstellung" nennen oder "Schokoladentorte" oder "Fnutziguzzi", das ist allenfalls jeweils mehr oder weniger ungeschickt, unüblich, missverständlich, unverständlich, aber dem Begriff ist das einfach nur dermassen unglaublich egal.
Wenn ghzurnzuskr dir schon heuauhrutfl hiodieuj lalskrud! Das msiuehjdhzu miasdi kdkiu Fnutziguzzi.

Ich hoffe, wir verstehen uns?

Und damit nochmal zur (fehlenden?) Begründung, wieso es nie ein Gleichgewicht geben kann - ob in Plan- oder Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage sind in der Realität nur scheinbar identisch, weil die Realität volatil ist und sich nunmal stetig verändert. Es gibt nicht ein Ding, was einfach ist - alles wandelt sich. So herrscht immer(!) ein Überhang an Angebot oder Nachfrage und entsprechenden nachträglichen (durch die Erfahrung) Preis- und Mengenanpassungen.

Das heisst noch lange nicht, dass das nicht eingeplant ist. Nicht unbedingt als bestimmtes einzelnes Vorkommnis, aber insgesamt als Risiko erwartet und eingeplant.
Also führt das eingeplante Missverhältnis von Nachfrage und Angebot zum Gleichgewicht von Nachfrage und Angebot? MMn nicht.

Gruß!

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