Re(6): schwimmender Nichtschwimmer? / Widersprüchlicher Wirtschaftsplan
Ein Plan geht immer mit einem Wunsch einher - [...
Ja, Plan ist Wunsch, aber Wunsch ist Plan nicht. Zumindest nicht, wenn eben "Wunsch" im Sinne von Wunschträumerei gebraucht wird: Anbieter wunschträumen astronomische Preise und Nachfrager wunschträumen mikroskopische Preise. Aber diese Wunschträumereien sind nicht ihre Erwartungen, zu denen sie planen, das fliesst überhaupt nicht in ihre Planung ein.
Wer hat das behauptet?
Du gebrauchtest -- wie gesagt -- "Plan" in doppeltem Sinn.
Anders ist ein Plan - also völlig unabhängig von Wunschdenken, was du als törichtes Verhalten titulierst - nicht definierbar.
Du verstehst mich doch ganz absichtlich falsch. Von Wunschträumereien und törichten Vorhaben sprach ich in Verbindung mit diesem Absatz:
Ich plane heute alles für möglichst umsonst zu erhalten und die Anbieter wollen wenn möglich mein gesamtes Eigentum erhalten. Der Planungsbüroleiter plant die Fertigstellung der Transaktion möglichst noch vorgestern, der zuständige Ingenieur muss demgegenüber die Moral seiner Arbeiter aufrecht erhalten, die aber doch gerne erstmal ihre Mittagspause verlängern würden.
Du schreibst ja auch »möglichst«! Es findet eben nicht die Planung statt in Erwartung solcher Wunschträumereien und es werden eben nicht solche törichte Vorhaben geplant, sondern du willst ums Verrecken das Wort "Plan" in doppeltem Sinn gebrauchen oder in einem anderen Sinn als ich, jedenfalls nicht so wie ich.
Dann definiere doch einfach "Plan" nach deinem Verständnis ganz konkret, statt hier weiträumig über Begriff und Artgattung auszuschweifen und dich in Allgemeinplätzen zu verlieren. Fischreusen... mein Gott!
In Ordnung.
Was ich die ganze Zeit sagen will, ist, dass es den vorgefertigen gleichgewichtigen(!) Plan in der Realität nicht gibt - und es kann ihn nie geben. Ob ausreichend Vernunft, Wille oder sonstwas gegeben sei - es fehlt vereinfacht gesagt die vollkommene Information!
Ist dein Plan also jener mit vollkommener Information, also absolut unrealistisch?
Es handelt sich hierbei fast ausschließlich um Informationsdefizite, auf die - und auch das liegt nunmal in der Realität begründet - niemals jeder jederzeit zugreifen kann. Das ist das Dilemma der rationalen Erwartung, wobei durch die vollkommene Information eine irreale Annahme unterstellt wird.
Nur weil du das in den falschen Hals kriegst. Vollkommene Märkte dienen als Referenz, und niemand behauptet doch, unvollkommene Märkte seien vollkommen beziehungsweise dass es keine unvollkommenen Märkte gebe. Tatsächliche Märkte sind unvollkommen und so ergeben sich Abweichungen zur Referenz 'vollkommener Markt' (Ideal), dazu wird aber eben diese Referenz benötigt! Das ist nicht die Abgehobenheit der Ökonomen, die sowas macht, sondern das ist die Vernunft der Ökonomen, die sowas macht.
Ziehst du den vollkommenen Markt zurate, wenn du ein Ungleichgewicht definieren willst oder die Realität?
Natürlich habe ich überspitzt mit meinen Planvorstellen, doch was ändern die Nuancen am Wesen des Plans, der sich auf Erwartungen gründet, also Wunschvorstellungen?
Es geht nicht Wörter, sondern um Begriffe1).
Ja und um Gedanken und dann kommen wir zum Willen und zur Transzendenz. Ganz ehrlich: Wenn ich philosophieren wöllte, hätte ich es kundgetan.
Es kann sein, dass dir -- einem Denken -- hier ungefähr der Begriff vorschwebte, den ich -- ein Denken -- mit "Plan" meine. Du kannst diesen Begriff "Wunschvorstellung" nennen oder "Schokoladentorte" oder "Fnutziguzzi", das ist allenfalls jeweils mehr oder weniger ungeschickt, unüblich, missverständlich, unverständlich, aber dem Begriff ist das einfach nur dermassen unglaublich egal.
Wenn ghzurnzuskr dir schon heuauhrutfl hiodieuj lalskrud! Das msiuehjdhzu miasdi kdkiu Fnutziguzzi.
Ich hoffe, wir verstehen uns?
Und damit nochmal zur (fehlenden?) Begründung, wieso es nie ein Gleichgewicht geben kann - ob in Plan- oder Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage sind in der Realität nur scheinbar identisch, weil die Realität volatil ist und sich nunmal stetig verändert. Es gibt nicht ein Ding, was einfach ist - alles wandelt sich. So herrscht immer(!) ein Überhang an Angebot oder Nachfrage und entsprechenden nachträglichen (durch die Erfahrung) Preis- und Mengenanpassungen.
Das heisst noch lange nicht, dass das nicht eingeplant ist. Nicht unbedingt als bestimmtes einzelnes Vorkommnis, aber insgesamt als Risiko erwartet und eingeplant.
Also führt das eingeplante Missverhältnis von Nachfrage und Angebot zum Gleichgewicht von Nachfrage und Angebot? MMn nicht.
Gruß!
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