Ein Plan geht immer mit einem Wunsch einher - [...
Ja, Plan ist Wunsch, aber Wunsch ist Plan nicht. Zumindest nicht, wenn eben "Wunsch" im Sinne von Wunschträumerei gebraucht wird: Anbieter wunschträumen astronomische Preise und Nachfrager wunschträumen mikroskopische Preise. Aber diese Wunschträumereien sind nicht ihre Erwartungen, zu denen sie planen, das fliesst überhaupt nicht in ihre Planung ein.
...] er beinhaltet die Abschätzung der künftigen Ereignisse anhand vergangener Erfahrungen und gesammelter Informationen.
Richtig.
Anders ist ein Plan - also völlig unabhängig von Wunschdenken, was du als törichtes Verhalten titulierst - nicht definierbar.
Du verstehst mich doch ganz absichtlich falsch. Von Wunschträumereien und törichten Vorhaben sprach ich in Verbindung mit diesem Absatz:
Ich plane heute alles für möglichst umsonst zu erhalten und die Anbieter wollen wenn möglich mein gesamtes Eigentum erhalten. Der Planungsbüroleiter plant die Fertigstellung der Transaktion möglichst noch vorgestern, der zuständige Ingenieur muss demgegenüber die Moral seiner Arbeiter aufrecht erhalten, die aber doch gerne erstmal ihre Mittagspause verlängern würden.
Du schreibst ja auch »möglichst«! Es findet eben
nicht die Planung statt in Erwartung solcher Wunschträumereien und es werden eben
nicht solche törichte Vorhaben geplant, sondern du willst ums Verrecken das Wort "Plan" in doppeltem Sinn gebrauchen oder in einem anderen Sinn als ich,
jedenfalls nicht so wie ich.
Es handelt sich hierbei fast ausschließlich um Informationsdefizite, auf die - und auch das liegt nunmal in der Realität begründet - niemals jeder jederzeit zugreifen kann. Das ist das Dilemma der rationalen Erwartung, wobei durch die vollkommene Information eine irreale Annahme unterstellt wird.
Nur weil du das in den falschen Hals kriegst. Vollkommene Märkte dienen als Referenz, und niemand behauptet doch, unvollkommene Märkte seien vollkommen beziehungsweise dass es keine unvollkommenen Märkte gebe. Tatsächliche Märkte sind unvollkommen und so ergeben sich Abweichungen zur Referenz 'vollkommener Markt' (Ideal), dazu wird aber eben diese Referenz benötigt! Das ist nicht die Abgehobenheit der Ökonomen, die sowas macht, sondern das ist die
Vernunft der Ökonomen, die sowas macht.
Natürlich habe ich überspitzt mit meinen Planvorstellen, doch was ändern die Nuancen am Wesen des Plans, der sich auf Erwartungen gründet, also Wunschvorstellungen?
Es geht nicht Wörter, sondern um Begriffe
1).
~ö~
Fischreusen sind da um der Fische willen;
hat man die Fische, so vergisst man die Reusen.
Hasenschlingen sind da um der Hasen willen;
hat man die Hasen, so vergisst man die Schlingen.
Worte sind da um der Gedanken willen;
hat man den Gedanken, so vergisst man die Worte.
Wo finde ich einen Menschen, der die Worte vergisst, auf dass ich mit ihm reden kann.
(Zhuangzi)
~ö~
Es kann sein, dass dir -- einem Denken -- hier ungefähr der Begriff vorschwebte, den ich -- ein Denken -- mit "Plan" meine. Du kannst diesen Begriff "Wunschvorstellung" nennen oder "Schokoladentorte" oder "Fnutziguzzi", das ist allenfalls jeweils mehr oder weniger ungeschickt, unüblich, missverständlich, unverständlich, aber dem Begriff ist das einfach nur dermassen unglaublich egal.
Und damit nochmal zur (fehlenden?) Begründung, wieso es nie ein Gleichgewicht geben kann - ob in Plan- oder Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage sind in der Realität nur scheinbar identisch, weil die Realität volatil ist und sich nunmal stetig verändert. Es gibt nicht ein Ding, was einfach ist - alles wandelt sich. So herrscht immer(!) ein Überhang an Angebot oder Nachfrage und entsprechenden nachträglichen (durch die Erfahrung) Preis- und Mengenanpassungen.
Das heisst noch lange nicht, dass das nicht eingeplant ist. Nicht unbedingt als bestimmtes einzelnes Vorkommnis, aber insgesamt als Risiko erwartet und eingeplant.
Falls der Zustand eintritt, dass einmal die gesamte Produktionspalette nachgefragt wird, ist die Nachfrage in diesem Falle höher, nur wird sie durch das Angebot nicht ausreichend befriedigt. Die Folge: Expansion des Unternehmens und im Regelfall eine Preiserhöhung. Und natürlich vice versa.
Das Wirtschaften ist also ein Kompromiss von vorher getroffenen Erwartungen (Wünschen), die sich in für das Individuum realisierten Plänen widerspiegeln.
1)
[...]
Der Begriff
Grundbaustein dieser Logik ist, wie schon gesagt, der BEGRIFF. Als Begriff betrachten wir alles, was meinbar ist und das ist schlechthin alles: Existierendes wie Nichtexistierendes, Individuelles wie Allgemeines, Widerspruchsfreies wie Widerspruchsvolles, Inhaltsreiches wie Inhaltsleeres, Bekanntes wie Unbekanntes, Wahres wie Unwahres, Erkennbares wie Unerkennbares, Scharfes und Unscharfes, Definiertes und Undefiniertes, usw. Man stelle sich vor, es gäbe etwas Nicht-Meinbares, würde man es angeben, hätte man es gemeint. Wir haben hier also den allgemeinsten Begriff vom Begriff.
Einen Begriff können wir fast beliebig bezeichnen, lediglich einige wenige Konventionen gibt es.
Ein Begriff hat Inhalt. Zum Inhalt gehört alles, was mit Sicherheit positiv von ihm gesagt werden kann, alles, was an ihm ist. Etwas ungenau, dafür aber gut verständlich, ist die Vorstellung, es mit einer Liste von Merkmalen zu tun zu haben, die diesem Begriff zukommen.
Ein Begriff hat Umfang. Zum Umfang gehört alles von dem der Begriff gilt, alles, was in ihm ist, alle seine Arten.
Zu jedem Begriff kann man sein Negat bilden. Das Negat eines Begriffes ist all das, was nicht der Begriff ist. So ist z.B. das Negat des Begriffes 'Raucher (Mensch)' auch der Nichtraucher, aber auch ein Pferd, ein Haus, ein Streichholz, usw. Der Negatbegriff faßt alle die Begriffe zusammen, die verschieden von dem Begriff sind, zu dem das Negat gebildet werden soll. Das Negat des Negates eines Begriffes ist wieder der Begriff selbst.
Zwei Grenzbegriffe gibt es:
Das ist zum einen der Begriff des Meinbaren selbst, ein Begriff der als einzigen Inhalt hat, daß er meinbar ist, und das ist so gut wie nichts, denn jeder Begriff ist meinbar. In seinem Umfang ist daher alles. Er wird der inhaltsleere Begriff genannt, oder kurz: M.
Das Negat des Meinbaren wäre das 'Nicht-Meinbare', ein Begriff, der wie wir oben gesehen haben, widersprüchlich ist. Das Negat des Meinbaren nennen wir W, den widersprüchlichen Begriff. Er ist umfangsleer, denn es gibt nichts worauf er zuträfe, außer sich selbst. Sein Inhalt umfaßt alles, was nur irgendwie gemeint werden kann, also absolut alles. Man kann zeigen, daß es nur einen widersprüchlichen Begriff gibt, daß er uns in den verschiedensten Gewändern daherkommt ist etwas anderes, wie auch, daß es nur einen inhaltsleeren Begriff gibt.
Desweiteren ist es nützlich, einen Begriff zur Verfügung zu haben, von dem wir nichts weiter wissen, als das er in einem Zusammenhang gerade an dieser Stelle steht. Wir kennen nicht seine Bezeichnung und nicht seinen Inhalt, nur das er da ist wissen wir. Unser Zeichen für diesen Begriff wird sein: ().
Noch einen Begriffstyp können wir gebrauchen, den sogenannten vergeßbaren Begriff. Von diesem Begriff kennen wir auch nicht die Bezeichnung, wir wissen aber immerhin, daß er nicht widersprüchlich, also W, und auch nicht inhaltsleer, also M ist. Unser Zeichen für einen solchen Begriff ist: (').
Werden mehrere vergeßbare Begriffe benötigt, so muß man andere Zeichen zwischen die Klammern setzen. Diesen Begriffstyp werden wir bei den abgeschwächten Urteilen und Schlüssen benötigen.
Beziehungen zwischen Begriffen
Wir untersuchen jetzt, in welchen Beziehungen Inhalte und Umfänge von Begriffen zueinander stehen können. Die wichtigste Beziehung zwischen Begriffen ist die IDENTITÄT. Identität ist ein sehr schwer definierbarer Begriff. Identität ist nicht Gleichheit, diese ist ein Grenzfall der Ähnlichkeit, eine Beziehung zwischen zwei Relaten. Totalidentisch kann dagegen nur etwas mit sich selbst sein. In diesem Sinne ist die Totalidentität nicht fruchtbar für die Beziehungen zwischen Begriffen, jeder Begriff steht sozusagen isoliert da. Eine andere Identität aber ist fruchtbar. Es ist die TEIL-IDENTITÄT. Sie wird auch das ART-GATTUNGS-VERHÄLTNIS genannt.
In diesem Verhältnis stehen etwa die Begriffe 'Streichinstrument' und 'Geige'. Die 'Geige' ist eine Art der Gattung 'Streichinstrument'. 'Geige' hat allen Inhalt von 'Streichinstrument' und darüber hinaus noch weiteren Inhalt, der dieses Streichinstrument speziell als Geige kennzeichnet, etwa Größe, Armhaltung, usw. Es ist hier keine spezielle, einzelne Geige gemeint, sondern der allgemeine Begriff 'Geige'.
Dieses Art-Gattungs-Verhältnis drückt man auch aus, wenn man sagt: 'Alle Geigen sind Streichinstrumente'. Hier haben wir das alte a - Urteil des Aristoteles vor uns, nur das es jetzt durch die Identitätsbeziehung erklärt wird. Man könnte auch sagen, daß 'Geige' vollständig im Umfang von 'Streichinstrument' enthalten ist.
Nun führen wir noch eine andere Art von 'Streichinstrument' ein, die 'Bratsche'. Auch 'Bratsche' steht im Art-Gattungs-Verhältnis zu 'Streichinstrument'. Auch hier können wir also sagen: 'Alle Bratschen sind Streichinstrumente'.
Aber nun stellen wir uns die Frage, wie 'Geige' und 'Bratsche' zueinander stehen. Ganz sicher stehen sie nicht im Art-Gattungs-Verhältnis, denn weder hat 'Geige' allen Inhalt von 'Bratsche' noch ist es umgedreht der Fall, im Gegenteil sogar: 'Geige' und 'Bratsche' haben Inhalte, die einander widersprechen. Anders ausgedrückt: 'Geige' und 'Bratsche' sind verschieden voneinander. Diese Verschiedenheit drückte bei Aristoteles das e - Urteil aus: 'Alle Geigen sind nicht Bratschen'. Wir wollen diese Verschiedenheit DIVERSITÄT nennen. Sie ist für uns aber nicht einfach nur Verschiedenheit, sondern eine ganz bestimmte Verschiedenheit, nämlich UMFANGSFREMDHEIT, d.h. diese Begriffe haben keine gemeinsamen widerspruchsfreien Arten, denn in einer gemeinsamen Art zweier diverser Begriffe würden auch die einander widersprechenden Inhalte der beiden Begriffe zusammengefaßt. Eine solche Art wäre deshalb W, der widersprüchliche Begriff und der ist umfangsleer.
[...]
(
www.begriffslogik.de/blogik.html)