Der Zins macht ja die Eigentumsleihe über die zeitliche Differenz aus. Also ist das schon notwendig.
Ich verstehe nicht ganz, was daran der Zins nun genau ausmacht. Wenn dabei "kein" Zins vereinbart ist, wäre es dann keine Eigentumsleihe? Oder wäre es dann keine zeitliche Differenz?
Wo läge da der Vorteil für den Kreditgeber? Wovon lebt er?
Ob damit irgendjemandes Vorteil verbunden wäre, war nicht meine Frage ...
Aber genau das ist nunmal der Zusammenhang:
Ohne Vorteil keine Leihe -> ohne Leihe kein Leihvertrag -> ohne Leihvertrag kein Dokument -> und ohne Dokument kein Geld.
Um trotzdem zu antworten: Der Vorteil für den Kreditgeber liegt darin, bereits einen zukünftigen Zahlungsfluss (Tilgung) vereinbart zu haben.
Wozu soll das gut sein?!
Um eine später-datierte Leistung beziehen zu können, selbst dann, wenn der Leistungsbezieher gerade keine Gegenleistung erbringen will oder kann, zum Beispiel weil er eine gleich große Gegenleistung auf einen Schlag gar nicht erbringen kann.
Das beantwortet meine Frage nicht, wozu es gut sein soll, etwas zu verleihen in der alleinigen Hoffnung auf spätere Rückgabe der Sache. Dann kann man es auch gleich behalten.
Dann be-halte doch deine Arbeit und be-wahre sie für später auf. Oder spare dir halt Konsumgüter an, be-wahre sie. Und kaufe auch ein rechtes Hüftgelenk, vielleicht benötigst du mal eins. Hm, ja, die Ärzte, die Pflege, elende Dienstleistungen --- na, lass' es dir halt schon heute einsetzen!
Dann bedarf es dennoch einer positiven Differenz zwischen Hüftgelenksverfall bzw. Hüftgelenksbewahrungskosten und Hüftgelenksrückgabe, anderenfalls ist es ein nachteiliges Geschäft des Verleihers.
~ö~
Robinson: [...] Aus welchem Grunde aber glaubst du denn, daß ich dir Vorräte aus meinen Beständen herleihen werde, wenn du mir keinen Zins gibst?
Freitag: Aus Eigennutz, Robinson; auf Grund deines wohlverstandenen Vorteiles, weil du dabei gewinnst, und sogar ziemlich viel.
Robinson: Das, Fremdling, mußt du mir erst vorrechnen. Ich gestehe, daß ich nicht einsehe, welchen Vorteil ich davon haben kann, dir meine Vorräte zinsfrei zu leihen.
[...]
Freitag: Also du lieferst mir das Korn zinsfrei?
Robinson: Versteht sich, zinsfrei und mit Dank meinerseits.
Freitag: Ich kann aber nur einen Teil gebrauchen, ich will nicht alles haben.
Robinson: Wenn ich dir nun den ganzen Vorrat anbiete, mit der Maßgabe, daß du mir für je 10 Sack nur 9 zurückzugeben brauchst?
userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/gesell/nwo/5_1.htm
Hier findest du die positive Differenz zwischen Getreideverfall und Getreiderückgabe bei der Genießbarkeit des Getreides.
Gruß!