Re: Staatsschulden, damit die Bürger Steuern zahlen können?

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Geschrieben von tar (2010-02-19 13:19:03):

Und wenn die keine Lust verspüren? Und wenn die Lust verspüren 0 Geld zu halten? Wieviel kann dann der Geldemittent kaufen oder wieviel Kredite kann er vergeben? Probiere es: drucke Zettel und gehe einkaufen.
Sie müssen Lust auf gZ verspüren, weil sie ständig Abgaben zu leisten haben. Daher genießt die ZB ein Privileg, dass sie in ihrer Wirkung (nicht in der Funktion) auf die GB überträgt - und so letztlich alle Lust auf mehr GBG verspüren.
Der Staat will Steuern eintreiben, wer die nicht zahlt, wird eingebuchtet.
Auch Privatschulden können per Gerichtsvollzieher eingetrieben werden, gezahlt werden MUSS mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Zahlungsmittel.
Das sorgt für den nötigen Druck, dass das Geld akzeptiert wird.

Aber:
Habe ich das jetzt richtig verstanden, der Staat verschuldet sich, damit seine Bürger an Geld gelangen können, womit sie ihre Steuern an den Staat zahlen können?
Ist dem so?
Nicht ganz. Der Staat (besser: die Regierung) muss ja immer vorfinanzieren, d.h. sich erstmal verschulden. Danach versucht man, die gemachte Verschuldung über den verordneten Abgabezwang (Schulden ex nihilo per Zwangsdekret an die Untertanen) zu tilgen.

Historisch war Getreide ursprüngliches Abgabemittel. Woher kam es? Wer finanzierte die Saat vor und vor allem die Eintreiber ("Aufseher")?

Nach dem Eintreiben galt es wiederum, den Bürgern die Sicherheit dieses Getreides (für Notzeiten) zu gewährleisten und insofern man nicht für eine zumindest scheinbar gleichmäßige Verteilung sorgte, kam es früher oder später zu Aufständen. Später musste man dann den Raub bzw. den Abbau von Metallen vorfinanzieren, weil man der Einfachheit halber eine Silber- oder Goldparität festsetzte, statt das Getreide zu zählen.

Wenn die Regierung also Ausgaben tätigt, dann nur aus dem Grund der Sicherung des eigenen Machterhalts und dies dann zum Einen über Vorfinanzierung und zum Anderen über Umverteilung. Letzteres könnte man weitgehend so auffassen, dass der Staat sich verschuldet, um einer Mehrheit seiner Bürgern die Steuerzahlung (und natürlich durch die allgemeine Akzeptanz des Steuerzahlungsmittels auch anderen lebensnotwendigen Leistungsempfang, wie Nahrung) zu ermöglichen und damit einen Umsturz zu vermeiden (siehe Hartz IV).

Gruß!

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